Fantastischer Spitzensport bei der Jubiläumsveranstaltung
Die gute Besetzung ließ eine spannende Rallye erwarten. Gleich nach der ersten Wertungsprüfung übernahm Maik Stölzel vor Volker Strycek die Führung. „Das konnte ich allerdings nicht so stehen lassen und habe dann auf der WP 2 gleich die Rangordnung wiederhergestellt“, berichtete Olaf Dobberkau im ersten Service. Und seit dieser Prüfung gab er die Führung nicht wieder ab: „Der Fluch der Wartburg ist vertrieben! Ich habe jetzt endlich meine Heimveranstaltung gewonnen“, strahlte der Sieger aus Schleusingen im Ziel. Im vergangenen Jahr musste er sich knapp Anton Werner im Porsche geschlagen geben. „Damit habe ich jetzt ein weiteres Puzzleteilchen in meinem Siegessortiment, das mir noch gefehlt hat. Dieser Sieg ist wahnsinnig wichtig und bedeutet mir sehr viel. Alex (seine Beifahrerin) und ich sind einfach nur glücklich“, freute sich Dobberkau.
Auch Maik Stölzel zeigte sich sichtlich zufrieden:
„Für das es erst unsere 3. Rallye war, bin ich mit einem 2. Gesamtrang mehr als zufrieden. Wir lernen bei jeder Rallye was dazu – insbesondere, dass wir für Nachtetappen unsere Zusatzscheinwerfer mal richtig einstellen dürfen. Ich hatte gestern Abend das Gefühl, als wollten wir die Baumwipfel ausleuchten.“ Mit seinem 2. Gesamtrang konnte Stölzel den Vorsprung von Michael Krause im Gesamtklassement der DRS auf 8 Punkte halbieren, was zwei spannende Endläufe erwarten lässt.
Hinter den beiden Porsches entbrannte nach dem Ausfall von Raphael Ramonat (Trusetal), der erstmalig mit einem Subaru WRC an den Start ging und mit einem defekten Turbolader auf WP 5 ausfiel, der Kampf um Rang 3. Martin Häring (Alzenau) kämpfte sich mit einer fehlerfreien Fahrt im Opel Manta nach vorne.
Vom Ehrgeiz gepackt, konterte Volker Strycek im moderneren Opel Astra KitCar. Sekunde um Sekunde nahm er dem „Manta-Fahrer“ ab. Auf der 10. WP war es soweit: Der Opel-Motorsportchef und AvD Sportpräsident übernahm den 3. Platz – und gab ihn bis ins Ziel nicht wieder ab:
„Das war einfach nur fantastisch. Ich kann es noch gar nicht glauben. Wenn mir vor der Rallye jemand gesagt hätte, dass wir hier Dritte werden, den hätte ich für verrückt erklärt. Es hat unendlich viel Spaß gemacht. Eine gut organisierte Veranstaltung, super WPs und drei AvD-Piloten auf dem Siegertreppchen einer ADAC-Veranstaltung, die von beiden Verbänden (ADAC und AvD) unterstützt wurde. Ich glaube, dass hat dem Sport hier gut getan. Einen Dank auch an den MC Eisenach, der im Jubiläumsjahr wieder eine tolle Veranstaltung konzipiert hat und unserer Deutschen Rallye Serie (DRS) eine schöne Heimat geboten hat.“
Nach seinem Sieg kündigte Olaf Dobberkau an, dass er auch bei den letzten beiden Läufen der DRS, in Niederbayern und Leiben, an den Start gehen wird.
Breitensport ergänzt das große Fahrzeugspektrum
Neben einigen historischen Fahrzeugen kämpften auch alle anderen Piloten der DRS um Punkte in ihrer Klasse. Hinter Martin Häring kam Heiko Scholz (Ruhla) im Citroen C2R2 auf Rang 5, vor Robert Pritzl aus Hohenwarth, der sich somit erneut wichtige Punkte für die DRS sicherte und jetzt Platz 3 (121 Punkte) im Gesamtklassement belegt. Bernd Knüpfer kam im Endspurt auf Rang 7: „Wir merken schon, dass uns in diesem Jahr etwas die Erfahrung fehlt – aber wir werden jetzt wieder mehr Rallyes fahren“, freute sich der gebürtige Sachse im Ziel.
Thomas Robel (Laubusch) entschied im Honda Integra die Klasse N3 für sich und zeigte sich sichtlich zufrieden:
„Das Auto war gut vorbereitet und wir konnten vor allem in der Nacht uns einen entscheidenden Vorsprung vor Michael Krause herausfahren.“
Bei seiner Aufholjagd passierte Krause auf WP 12 ein leichter Fehler.
„Bei einsetzendem Regen wurde es so schmierig, dass wir leider eine Leitplanke zum Bremsen missbrauchen mussten. Dadurch hatten wir natürlich auch wieder einiges an Zeit verloren – und unsere Aufholjagd war beendet. Trotzdem bin ich froh im Ziel zu sein. So konnten wir wenigstens die Führung in der DRS verteidigen.“
Einen Platz dahinter kam die ehemalige DTM-Pilotin Ellen Lohr (Monaco) in ihrem Subaru Impreza ins Ziel.
Mit Jenny Gäbler zusammen belegte das schnellste Damenteam Platz 15. „Nach der langen Pause von über 8 Monaten bin ich froh, hier im Ziel zu sein. Wir hatten einige AHA-Erlebnisse und sind echt Happy, alles gut überstanden zu haben. Auf den letzten Prüfungen habe ich auch wieder den gewohnten Fahrfluss gefunden. Besonders gut hat mich auch meine neue Copilotin unterstützt. Das macht echt Spaß mit ihr.“
Die Klasse der Youngtimer sicherte sich Sven Hochwimmer (Trimberg) im Opel Astra vor dem Ehepaar Müller aus Fritzlar im Audi 80.
Der nächste Lauf der DRS findet am letzten Augustwochenende in Niederbayern statt, bevor es dann Anfang Oktober zum Saisonfinale nach Leiben (Österreich) geht.
Die Bilder der 50. ADAC Wartburg Rallye Eisenach finden Sie in unserer Galerie und den aktuellen Wertungsstand wie gewohnt hier *klick*




